letzte Aktualisierung | 21.05.2008
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Charakterisierung des Faches Ur- und Frühgeschichte:

Die Ur- und Frühgeschichte, auch Vor- und Frühgeschichte bzw. Prähistorische Archäologie genannt, ist eine archäologische Wissenschaft. Sie widmet sich der Kulturentwicklung des Menschen von seinen Anfängen in Afrika bis in das frühe und hohe Mittelalter vornehmlich in Europa.

Der ältesten Abschnitt der Urgeschichte umfaßt die Altsteinzeit (Paläolithikum) und Mittelsteinzeit (Mesolithikum). Die weitere Entwicklung wird unterteilt in Jungsteinzeit (Neolithikum), Bronzezeit und Vorrömische Eisenzeit (Hallstatt- und Latènezeit). Mit dem Einsetzen der ersten Schriftzeugnisse in Mitteleuropa in der Zeit um Christi Geburt, die ergänzend zu den archäologischen Quellen herangezogen werden, beginnt die Frühgeschichte, die in Römische Kaiserzeit, Völkerwanderungszeit und frühes Mittelalter (Merowinger- und Karolingerzeit) untergliedert wird.

Gegenstand der Erforschung sind im Gegensatz zu den anderen historischen Disziplinen gegenständliche Quellen (Keramik, Metall, Holz, Knochen, Glas, Steinartefakte etc.) und deren Kontexte (Bodendenkmale wie Siedlungen, Grabhügel, Burganlagen). Diese werden durch Ausgrabungen, Prospektionen und Zufallsfunde entdeckt und zugänglich gemacht und mit Hilfe formenkundlich-typologischer, historischer und sozialgeschichtlicher sowie naturwissenschaftlicher (Dendrochronologie, 14C-Datierung) und statistischer Analysemethoden bearbeitet.

Abgrenzung zu den anderen archäologischen Fächern:

Die Ur- und Frühgeschichte unterscheidet sich von den archäologischen Fächern wie

  • der Klassischen Archäologie, die sich mit der griechischen und römischen Hochkultur befasst,
  • der Provinzialrömischen Archäologie, die sich der materiellen Kultur der Römer in den Provinzen des Imperium Romanum widmet,
  • der Christlichen Archäologie, die vorrangig die Denkmäler des christlichen römisch-byzantinischen Reiches behandelt,
  • der Ägyptologie, die zugleich ein philologisches Fach ist,
  • der Vorderasiatischen Archäologie, die die mesopotamischen Hochkulturen erforscht.


Auch in der Assyriologie, der Sinologie und der Altamerikanistik werden teilweise archäologische Methoden angewandt.

Berufsbild:

Nach einem abgeschlossenen Studium der Ur- und Frühgeschichte bilden vor allem die archäologische Denkmalpflege an den Landesdenkmalämtern sowie Fachbehörden, Museen, Universitäten und private Grabungsfirmen Tätigkeitsfelder. Daneben werden ArchäologInnen auch als Fachjournalisten, bei Verlagen und in verschiedenen Bereichen im Kultursektor beschäftigt.

Siehe auch den Artikel Ur- und Frühgeschichte ) mit weiteren Verweisen zu den einzelnen genannten Zeitabschnitten und Nachbardisziplinen in Wikipedia, der freien Enzyklopädie ( www.wikipedia.de ).

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