letzte Aktualisierung | 07.01.2010
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Esperstedt (Sachsen-Anhalt) - Kuckenburg und Fundplätze 16 & 17

Auf der Kuckenburg in Esperstedt wurden im Jahr 2005 zwei Sondageschnitte von 2 m Breite angelegt, um die im Luftbild und in der Geomagnetik sichtbaren Gräben zu untersuchen. Zudem wurde 2007 auf dem Sporn ein 10 m x 30 m großer Schnitt angelegt, um die Besiedlung im Innenbereich einordnen zu können.

Dabei wurde festgestellt, dass die Gräben zum Teil in die späte Bronzezeit, zum Teil ins Mittelalter datieren. Dies zeigte sich auch bei den Siedlungsgruben im vorderen Bereich. Neben einem frühmittelalterlichen Grubenhaus, wurden hier vor allem spätbronzezeitliche Siedlungsgruben dokumentiert. Besondere Aufmerksamkeit  verdienen fünf Gruben, in denen vollständige menschliche Skelette oder Teile davon gefunden wurden. Ähnliche Siedlungsbestattungen wurden auch beim Bau der A38 auf der anderen Talseite entdeckt.


Zwei im Luftbild erkannte Grabenwerke (Esperstedt, Fpl. 16 & 17) befinden sich einige hundert Meter von der Kuckenburg entfernt. Sie wurden mit jeweils einem Sondageschnitt untersucht.
Das östliche Grabenwerk (Fpl. 17) besteht aus zwei im Abstand von ca. 5,5 m parallel zueinander verlaufenen Gräben. An einigen Stellen waren kleinere Unterbrechungen von ca. 0,3 m Länge erkennbar. Der Äußere Graben zeichnete sich im Querprofil als U-förmiger Sohlgraben  von 0,35 m Tiefe unter Planum 1 und einer Breite von 0,6 bis 0,9 m ab. Im Längsprofil waren einzelne Segmente unterschiedlicher Tiefe und Ausführung erkennbar. So wechselten flache, wannenförmige Bereiche mit einer Tiefe von ca. 0,1 m u. Planum 1 mit kastenförmigen Abschnitten, die eine Tiefe von bis zu 0,4 m u. Planum 1 aufwiesen. Zwischen den Segmenten konnten die bereits im Planum beobachteten Unterbrechungen weiterverfolgt werden.
Auch beim inneren Graben konnten Bereiche unterschiedlicher Tiefe festgestellt werden. Im Gegensatz zum äußeren Graben ist er aber als Spitzgraben ausgeprägt. Die Länge der unterschiedlichen Abschnitte schwankte im freigelegten Bereich. Eine Regelmäßigkeit konnte auf Grund des beschränkten Grabungsausschnittes ebenso wenig festgestellt werden, wie eine Übereinstimmung der unterschiedlich abgetieften Bereiche zwischen den einzelnen Gräben. Über die in den Gräben gefundene Keramik konnte das Grabenwerk in die Salzmünder Kultur datiert werden.
Die westlich gelegene Anlage (Fpl. 16) bestand ebenfalls aus zwei Gräben, die in einem Sondageschnitt freigelegt wurden. Der äußere Graben zeigte sich im Profil als flacher Sohlgraben mit doppelter Pfostensetzung, der innere Graben als max. 1,50 m tiefer Sohlgraben. Die naturwissenschaftliche Datierung dieser Anlage mit Hilfe der Radiokarbonanalyse steht bisher noch aus.
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