letzte Aktualisierung | 07.01.2010
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Karlburg - Forschungsgeschichte und Literatur

Historische Forschung - wegweisende, frühe Studien
 
· 1808: F. A. Jäger, Geschichte Frankenlands, 3. Teil.
· 1824: J. I. Seidner, Urkundlichen Nachrichten von der Stadt Karlstadt, dann der vormaligen Burg und dem Dorfe Karlburg im Königreiche Baiern.
· 1829: M. Geiß, Historisch-topografisch-statistische Notizen über Karlburg.
· 1885/86: J. Hörnes, Wo lag das Kloster der fränkischen Prinzessin Immina?
· 1898: J. Hörnes, Kurze historisch-topographische Beschreibung der Karlburg und der Stadt Karlstadt.
· 1912: A. Feulner, Die Kunstdenkmäler von Bayern (Beitr. Karlburg).
· 1920: G. Goepfert, Castellum. Castellum Altimoin, Hamulo Castellum, Castellum Wirziburg, Castellum Carleburg, Castellum Saltze, Stadt oder Burg?
· 1948: P. Schöffel, Karlburg, Karlstadt und die „fränkische Gertrud“.
· 1961: H. Daul, Karlburg, eine frühfränkische Königsmark (Doktorarbeit).
 
 
Archäologische Forschung - wichtige Ereignisse
 
1971-1975: Grabungen im obertätig sichtbaren Wall-/Grabenbereich der Abschnittsbefestigung hinter der spätmittelalterlichen Karlsburg durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) unter Beteiligung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nachweis einer mehrfach ausgebauten Befestigungsanlage des 10. bis 12. Jh.
1989: Erste früh- bis hochmittelalterliche (7.-13. Jh.) Lesefunde von den Äckern südlich des Ortes in der Flur „Au“ durch die Archäologische Arbeitsgemeinschaft Karlstadt (AAK).
1990: Erste Notgrabung beim Ausbau des Schützenhauses (BLfD).
1991: Erste Luftbilddokumentation von der „Au“ durch die AAK.
1991: Erste große Flächengrabung in der „Au“ mit Aufdeckung von früh- bis hochmittelalterlichen (7.-13. Jh.) Siedlungsspuren (BLfD).
1991: Erste früh- bis hochmittelalterliche Lesefunde von den Äckern nördlich des Ortes in der Flur „Krautgarten“ (AAK).
1992: Fortsetzung der Flächengrabung in der „Au“ (BLfD).
1992: Luftbildbefund eines bislang unbekannten Grabens innerhalb der hochmittelalterlichen Abschnittsbefestigung (AAK).
1993: Erste Grabung im Altort nahe der Kirche Aufdeckung von Siedlungsspuren ab dem 5./6. Jh. und Nachweis einer hochmittelalterlichen Ministerialenburg (BLfD).
1994: Kleiner Grabungsschnitt am bislang unbekannten Graben innerhalb der hochmittelalterlichen Abschnittsbefestigung. Nachweis einer vor dem 10. Jh. bestehenden Befestigungsanlage (BLfD/AAK).
1994: Fortsetzung der Grabungen im Altort (BLfD).
1994: Notgrabung bei der Abwasserkanalverlegung im „Krautgarten“ (AAK).
1994: Notgrabung nahe des Altortes bei A. Kübert mit Aufdeckung eines bemerkenswerten Grubenhauses der Karolingerzeit (BLfD/AAK).
1994: Beobachtung nahe des Altortes bei B. Kübert mit Nachweis eines mehrperiodigen, den Altort umgebenden Grabens (AAK).
1996-1999: Große Flächengrabung nördlich des Ortes im „Krautgarten“ (BLfD).
2002-2003: Große Flächengrabung des BLfD mit Unterstützung der Uni Jena, der Stadt Karlstadt, des Historischen Vereins und zahlreicher ehrenamtlicher Helfer im Areal der geplanten Mainbrücke im Süden der Flur „Au“.
2005: Archäologische Sondierungen im Bauerwartungsland in der Flur „Au“ im Auftrag der Stadt Karlstadt.
2007: Archäologische Dokumentation beim Bau der Entlastungsstraße in der Flur „Au“ im Auftrag der Stadt Karlstadt.
2008: Archäologische Untersuchungen auf der Abschnittsbefestigung und in der Karlsburg mittels geophysikalischer Methoden (BLfD und Uni Würzburg; mit Unterstützung des Hist. Vereins Karlstadt und der Stadt Karlstadt). Dokumentation der beiden bekannten Gräben sowie Nachweis eines dritten, bislang unbekannten Grabens und evtl. Innenbebauung.
 
 
Zerstörungen archäologischer Quellen in jüngerer Zeit (Auswahl)
 
1951/52, Ortsmitte:Undokumentierter Aushub beim Bau der Schule unmittelbar östlich der Kirche.
1955, 1976, 1987, Südlicher Ortsrand: Undokumentierter Aushub beim Bau und Ausbau der Karolingerhalle.
1960/61, Ortsmitte / Kirche: Undokumentierter Teilabriss der Kirche und massive Bodeneingriffe beim Bau der neuen Kirche und am Kirchplatz (mündl. Nachrichten von Steinplattengräbern und Grundmauern).
1994, Östlicher Ortsrand: Weitgehend undokumentierter Aushub bei der Abwasserkanalverlegung.
1994/95, Ortsmitte: Weitgehend undokumentierter Aushub neben und unter der zuvor ergrabenen hochmittelalterlichen Ministerialenburg.
2003, Südliche Flur „Au“: Zerstörung von früh- bis hochmittelalterlichen Siedlungsspuren beim Bau der Mainbrücke auf rund 2.500 Quadratmeter.
2007, Ortsmitte: Weitgehend undokumentierter Aushub bei der Kanalsanierung.

 

Archäologische Forschung - Ausstellungen mit Karlburger Funden

1991: Festlichkeiten zum 1250-jährigen Jubiläum des Ortes mit großer archäologischer Ausstellung der AAK.1992: Ausstellung „1250 Jahre Bistum Würzburg“ in Würzburg.1992: Ausstellung „Das Reich der Salier“ in Speyer.1993: Ausstellung „Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen“ in Hildesheim.1996: Ausstellung „Die Franken. Wegbereiter Europas“ in Mannheim Berlin und Paris.1998: Ausstellung „Rom und Byzanz - Archäologische Kostbarkeiten aus Bayern in München.1999: Ausstellung „799 - Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn“ in Paderborn.2000: Ausstellung „Il futuro dei Longobardi. l"Italia e la costruzione dell"Europa di Carlo Magno” in Brescia (Italien).2002: Ausstellung „Kaiser Heinrich II. 1002-1024“ in Bamberg.2004: Ausstellung „Edel und frei. Franken im Mittelalter“ in Forchheim.2004/05: Ausstellung „Kelten und Franken am Main“ in Würzburg.2008: Ausstellung „Eine Welt in Bewegung – Unterwegs zu Zentren des frühen Mittelalters“ in Paderborn und Würzburg.
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