letzte Aktualisierung | 07.01.2010
 Bereich für UFG
 Studium
 Forschung
 Sammlung
 Technisches
Forschung:
   laufende Projekte
    Bronzezeitliche Höhensied- lungen in Mitteldeutschland
    Augustiner-Chorherrenstift zu Altenburg
    Alter Gleisberg - vorgeschichtl. Höhensiedlung in Thüringen
    Mühlen Eichsen – ein eisen- zeitliches Brandgräberfeld (MV)
    Karlburg – ein mittelalterlicher Zentralort am Main (Bayern)
      Projektbeschreibung
      Historische Überlieferung
      Archäologische Überlieferung
      Landesgeschichtliche Bedeutung
      Übersicht zur Forschungsgeschichte
      Bibliographie
      Presseberichte
      Paderborn-Balhorn
    Vorgeschichtliche Salzge- winnung in Mitteldeutschland
    Höhensiedlungen im Tríbec-Gebirge (Slowakei)
    Geoarchäologische Untersuchungen in Bilzingsleben
    Spätes Jungpaläolithikum im mittleren Saaletal
    Dynamik der sozialen Welt spätpaläolithischer Menschen
    Tierknochen als Teil der Landschaft
    Technologie und Herkunft keltischen Glasschmucks
    Bronzegießerwerkstatt im Oppidum von Kelheim (Niederbayern)
    Frühe Metallgewinnung im mittleren Lahntal (Hessen)
    Frühe Eisenproduktion in Luxemburg
   abgeschlossene Projekte
   Picener – Eisenzeitliche Grabbeigaben aus Mittelitalien
   Spätpaläolithikum und Mesolithikum in Nordbayern
   Sülzdorf – eine kaiserzeitliche Siedlung in Südthüringen
   Dobin – eine slawische Fürstenburg in Mecklenburg
   Alters- und Geschlechtsbestimmung der Sisimiut-Rentierpopulation
   Menschliche Höhlen- und Abrinutzung in Westgrönland
   spätkeltische Großsiedlung von Berching-Pollanten (Oberpfalz)
   Eisenverarbeitung im Oppidum von Manching (Bayern)
   Knochen; Salz und Müll
UFG Intern:
  Login:
  Passwort:

Karlburg - Historische Überlieferungen

Die Schenkung an das neu gegründete Bistum Würzburg
 
Dem Bistum Würzburg wurden 741/742 durch den karolingischen Hausmeier Karlmann neben 25 königlichen Eigenkirchen auch ein Marienkloster mit allen Zugehörungen in der "villa Karloburgo" übertragen. Die Urkunde Karlmanns ist nicht in unsere Zeit überkommen, jedoch liegen drei gleichlautende, spätere Bestätigungsurkunden von Kaiser Ludwig dem Frommen (19. 12. 822), König Ludwig dem Deutschen (5. 7. 845) und König Arnulf (21. 11. 899) vor.
 
 
Die jüngere Leidensgeschichte des Hl. Kilian
 
Die Passio sancti Kiliani maior aus dem 9. Jahrhundert, berichtet von St. Gertrud von Nivelles (626 - 659, eine Ur-Urgroßtante Karls d. Großen), die den Priester Atalongus und den Diakon Bernhard in dem von ihr gegründeten Kloster in "Karliburg" eingesetzt hatte. Hierhin flüchtete sich auch Burgunda, die einzige Augenzeugin des um 689 geschehenen Mordes an dem irischen Wanderbischof Kilian und seinen Gefährten. Atalongus ist es zu verdanken, dass die Gebeine der Märtyrer entdeckt und gehoben wurden.
 
 
Die Lebensbeschreibung des Hl. Burkard
 
In der vita sancti Burchardi aus dem 12. Jh., wird von der Schenkung des ersten karolingischen Königs Pippin an das Bistum Würzburg berichtet. Der erste Würzburger Bischof, der Angelsachse Burkard, gelangte zwischen 751 und 753 in den Besitz der Burg, die "Karloburg" genannt wird, mitsamt des Königshofes und allen dazugehörenden Einkünften. Weiter berichtet der Chronist von Immina, der Tochter des letzten von den Franken in Würzburg eingesetzten thüringischen Herzogs Hetan II. Danach übergab sie zur selben Zeit das von ihrem Vater übertragene Kloster auf dem Marienberg zu Würzburg an das neu geschaffene Bistum. Im Gegenzug erhielt Immina dafür von Bischof Burkard das von der Hl. Gertrud gegründete Kloster in "Karloburg" zur lebenslangen Nutzung. Dort blieb sie als Äbtissin bis zu ihrem Lebensende und wurde hier auch begraben.
 
 
Weitere schriftliche Belege

Die bei den meisten im frühen Mittelalter erwähnten Orten bestehende Überlieferungslücke bis in das 12. Jahrhundert ist auch für Karlburg festzustellen. Ab 1133 wird der Ort über die Ministerialen de KarIburg des Hochstifts Würzburg wieder urkundlich fassbar. Vermutlich 1236 wurden die Überreste der seligen Immina von Karlburg in den Würzburger Dom überführt, wo sie heute noch ruhen. Im Jahre 1243 musste die Rienecker Gräfin Adelheid dem Bistum Würzburg unter Hermann von Lobdeburg eine Wiedergutmachung von 100 Mark Silber (!) zahlen, da sie nach Streitigkeiten mit dem Bischof Karlburg verwüsten ließ. In den nun reichlicher fließenden spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Schriftquellen ist von der früheren Bedeutung diese Ortes kaum mehr etwas mehr zu spüren.

  zurück  |   ausdrucken  |   nach oben