letzte Aktualisierung | 07.01.2010
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Archäologisch-naturwissenschaftliche Untersuchungen zur Technologie und Herkunft keltischen Glasschmucks

Ausgehend von einem kobaltblauen Rohglasbrocken aus den Abraumschichten des spätkeltischen Salinenbetriebes in Bad Nauheim, Wetteraukreis, Hessen wurden im Rahmen eines Pilotprojektes zur Materialanalyse keltischer Glasarmringe Ringfragmente aus Bad Nauheim (Wetteraukreis, Hessen) auf ihre Elementzusammensetzung hin untersucht. Angewandt wurde die Laserablation und Mikrosondenanalysen zur weitgehend zerstörungsfreien Bestimmung der Haupt- und Spurenelemente. Ziel der chemischen Analyse war es, neben Fragen zur Technologie der Armringproduktion, Hinweise auf Materialgruppen und deren mögliche Herkunft zu gewinnen.

Die erfolgreiche Implementierung modernster Analysetechnik bei Fragen zur Herstellung und Rohmaterialherkunft latènezeitlichen Glasschmucks ließ eine Ausweitung des Projekts wünschenswert erscheinen. Fortgesetzt werden konnte das von Sponsoren unterstützte Analyseprogramm an Glasarmringen aus der keltischen Großsiedlung von Berching-Pollanten, Ldkr. Neumarkt i.d. OPf. Nach dem Oppidum von Manching bei Ingolstadt hat die stark handwerklich ausgerichtete Siedlung von Pollanten mit über 400 Fragmenten den bisher größten Komplex keltischer Glasarmringe geliefert. In Planung ist die Einbeziehung weiterer Fundplätzen zunächst des süddeutschen Raumes, wobei der Untersuchung von Rohglasfragmenten als den unmittelbarsten Anzeigern lokaler Glasverarbeitung besondere Aufmerksamkeit zuteil wird.


Abb. 1. Rohglasbrocken aus dem Abraum der keltischen Saline in Bad Nauheim, Hessen (nach Schäfer 2003).


Abb. 2. Auswahl von Glasarmringen aus der jüngerlatènezeitlichen Siedlung von Berching-Pollanten.

Literatur:

A. Schäfer/ W. Scharff, Bericht über die Materialanalysen latènezeitlicher Gläser aus der keltischen Saline von Bad Nauheim, Wetteraukreis, Hessen. Manuskript Marburg/Gaildorf 2003.
B. Kull (Hrsg.), Sole und Salz schreiben Geschichte. 50 Jahre Landesarchäologie, 150 Jahre Archäologische Forschung in Bad Nauheim (Mainz am Rhein 2003).
M. Seidel, Keltische Glasarmringe aus dem nordmainischen Hessen. Eine Bestandsaufnahme. In: C. Dobiat (Hrsg.), Festschrift für Otto-Herman Frey zum 65. Geburtstag. Marburger Stud. zur Vor- u. Frühgesch. 16 (Marburg 1994) 563-582.
A. Schäfer, Marburg und Bad Nauheim. Die Forschungen des Vorgeschichtlichen Seminars der Universität Marburg in der keltischen Saline 1983 und 1990-1991. In: B. Kull (Hrsg.), Sole und Salz schreiben Geschichte. 50 Jahre Landesarchäologie, 150 Jahre Archäologische Forschung in Bad Nauheim (Mainz am Rhein 2003) 206-213.

Projektleitung: Dr. Andreas Schäfer
Laufzeit: seit 2003
in Kooperation mit: GEOARCH, Dr. W. Scharff (Gaildorf-Münster)
                                 Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Abt. Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege (PD Dr. B. Kull) ( www.denkmalpflege-hessen.de )
Förderung durch:  Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen e.V. ( www.kal-hessen.de )

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