letzte Aktualisierung | 21.05.2008
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Pressemitteilungen zum DFG-Projekt

Die Himmelsscheibe von Nebra lässt Forschungsmillionen fließen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat 3,3 Millionen Euro bereitgestellt, um 24 Stätten aus der frühen Bronzezeit zu untersuchen
von Heike Jänz
www.welt.de/data/2004/07/16/305731.html

Berlin - Im kleinen Städtchen Nebra in Sachsen-Anhalt findet künftig große Forschung statt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 3,3 Millionen Euro bereitgestellt, um 24 Stätten aus der frühen Bronzezeit zu untersuchen.

Eine davon liegt auf dem Mittelberg von Nebra, wo Raubgräber vor sechs Jahren die "Himmelsscheibe von Nebra" entdeckt hatten. Es handelt sich dabei um ein 3600 Jahre altes, rundes Fundstück aus Bronze, auf dem das astronomische Wissen der Zeit zum Ausdruck kommt. Die im Durchmesser etwa 34 Zentimeter große Scheibe zeigt 32 Sterne, zwei Horizontbögen, von denen einer später verloren ging, und eine als Himmelsbarke identifizierte Wölbung. Zusätzlich sind die Mondsichel und wahrscheinlich die Sonne oder eine weitere Mondphase dargestellt. Der Sternenhaufen in der oberen Bildhälfte zeigt nach Meinung von Forschern ein Bild der Plejaden, des Siebengestirns.

Nachdem die Scheibe vor zwei Jahren in einer spektakulären Polizeiaktion aus den Händen von Hehlern befreit werden konnte, gehört sie nun dem Land Sachsen-Anhalt. Im Berliner Elektronenspeicherring für Synchrotronstrahlung (Bessy) nahmen Archäologen, Astronomen, Chemiker und Physiker ihre Arbeit daran auf. Unter anderem mit Hilfe der Synchrotronstrahlung und Röntgenaufnahmen analysierten die Wissenschaftler das Material.

"Die naturwissenschaftliche und werkstoffliche Untersuchung der Himmelsscheibe ist weit gehend abgeschlossen", sagt Heinrich Wunderlich vom Landesamt für Archäologie in Halle an der Saale. Nun wollen zehn verschiedene Gruppen auch das frühbronzezeitliche Umfeld analysieren. Ein Projekt widmet sich der Umgebung des Fundortes auf dem Mittelberg in Nebra. Astronomische, naturwissenschaftliche und archäologische Zusammenhänge sollen ebenfalls studiert werden. "Es ist das größte Forschungsnetzwerk Europas zur Frühbronzezeit", so der Koordinator François Bertemes von der Universität Halle. Das DFG-finanzierte Projekt trägt den Namen: "Der Aufbruch zu neuen Horizonten. Die Funde von Nebra, Sachsen-Anhalt, und ihre Bedeutung für die Bronzezeit Europas".

Die Welt, 16. Juli 2004

Siehe auch:

Meldungen bei 3sat.online.de: www.3sat.de/nano/news/68357

Zusammenstellung von Pressemitteilungen zur Himmelsscheibe bei archaeologieforum.at:


Thüringer Allgemeine, 27.12.2004

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