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SLOWAKISCHES-DEUTSCHES FORSCHUNGSPROJEKT: Das gemeinsame Projekt „Spätbronze- und früheisenzeitliche befestigte Höhensiedlungen in der Südwestslowakei im Kontaktgebiet des mitteldonauländischen, lausitzer und reiternomadischen Kulturkreises“ enstand im Jahre 2001 im Rahmen des Kooperationsvertrages zwischen dem Archäologischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Nitra, der Universität Konštantín Filozof in Nitra und der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. ZIEL DER ZUSAMMENARBEIT: Ziel des Projektes sind siedlungsarchäologische Untersuchungen von Kleinregionen in der Westslowakei im Zeitraum vom 9. bis zur Wende vom 7. zum 6. Jahrh. V. Chr. Im Mittelpunkt stehen Fundstellen der donauländischen Tiefebene und der nördlich angrenzenden Ausläufer der Westkarpaten, die beide in dieser Zeit dicht besiedelte Regionen waren. Durch die Lage im Kontaktgebiet des mitteldonauländischen , Lausitzer und reiternomadischen Kulturkreises ergeben sich spannende Fragen zur Besiedlungsgeschichte diese Gebietes. PROBLEMATIK UND FRAGENSTELLUNG: * Zeitliche Entwicklung in der Südwestslowakei vom 9./8. bis zum 7./6. Jahrh. v. Chr. Gibt es eine Kontinuität zwischen den Fundgruppen? * Untersuchung kultureller Verhältnisse im Kontaktgebiet des mitteldonauländischen, lausitzer und reiternomadischen Kulturkreises. * Siedlungsstrukturen am Ende der Urnenfelderbronzezeit und in der älteren Hallstattzeit. * Chronologische Gliederung des Fundmaterials und Trennung regionaler und überregionaler Erscheinungen. AKTIVITÄTEN: * Geländebegehungen * Geophysikalische Untersuchungen * Bohrungen * Sondagegrabungen DERZEITIGER SCHWERPUNKT DES PROJEKTES: Erforschung von sechs Höhensiedlunge im Tríbeč-Gebirge (Abb. 1) * Žibrica bei Štitáre * Veľký Lysec bei Kostoľany pod Tribečom * Veľký Tríbeč bei Kovarce * Šiance bei Klátová Nová Ves * Tábor bei Krnča * Zobor bei Nitra Die Kette der Höhensiedlungen enstand auf den Ausläufern des Gebirgsmassivs „Tríbeč“, einem Ausläufer der Westkarpaten, das sich am Nordrand der Donauniederung erhebt. Sie liegen im strategisch wichtigen Gebiet, zwischen den Flüssen Nitra und Žitava. Sie alle befinden sich in Sichtkontakt, erbaut auf hochgelegenen, schwer zugänglichen und damit von einigen Seiten auch natürlich geschützten Bergplateaus, weit oberhalb der Westslowakischen Tiefebene mit ihren Wirtschaftsflächen und Verkehrswegen. Der Schwerpunkt ihrer Belegung liegt eindeutig in der späten Bronze- und frühen Eisenzeit (Stufen HaB und HaC). Keiner dieser äußerst wichtigen Plätze wurde bis jetzt gegraben, obwohl sie eine Schlüsselposition bei der Lösung der Problematik einnähmen. DIE SONDAGEGRABUNGEN IN DER BEFESTIGTEN HÖHENSIEDLUNG ŠTITÁRE-ŽIBRICA, BEZ. Nitra (Abb. 2) Die Sondagegrabungen haben in den Jahre 2002, 2003 und 2005 auf zwei Flächen (Fläche 1: 35 x 20 m, Fläche 2: 20 x 15 m) stattgefunden (Abb. 2). Das umfangreiche Scherbenmaterial der bisherigen Grabungskampagnen brachte bedeutende Anhaltspunkte für die kulturelle und zeitliche Einordnung der Fundstelle. Es ist das erste Mal, daß im Bereich des Tríbeč-Gebirges eine befestigte Höhensiedlung der Lausitzer Kultur systematisch untersucht wurde, die nicht nur in der Urnenfelder-, sondern auch in der älteren Hallstattzeit intensiv bewohnt war (Abb. 3). Die vielfältige Zusammensetzung des Keramikspektrums illustriert, dass Žibrica im Schnittpunkt von Kulturkreisen angelegt wurde und dass sich seit Beginn der Hallstattzeit seine Bindung an den Nordostalpinen Hallstattkreis noch wesentlich verstärkt hat. Wegen der Besiedlung dieses Platzes auch in jüngeren Perioden (Mittel- bis Anfang Mittellatenezeit, Mittelalter - 13.-14. Jahrh. und Neuzeit), ist eine genaue Interpretation der Befunde heute noch problematisch. LEITUNG DES PROJEKTES: Prof. Dr. Peter Ettel (Bereich für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena Dr. Susanne Stegmann-Rajtár (Archäologisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften Nitra) Prof. Dr. Peter Romsauer (Bereich Vor-und Frühgeschichte der Konštantín Filozof- Universaität MITARBEITER: Studenten der Universitäten Jena und Nitra die sich kostenlos am Projekt beteiligen. LAUFZEIT DES PROJEKTES: seit 2001 LITERATUR: S. Stegmann-Rajtár: Die slowakisch-deutschen Ausgrabungen auf der befestigten Höhensiedlung Štitáre-Žibrica (Kr. Nitra). In: Popelnicová pole a doba halštatská, Příspevky z VIII. konference, České Budejovice 22.-24.9.2004, České Budejovice 2005, 503-522. Zusammengestellt von Susanne Stegmann-Rajtár im Dezember 2005
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